Cannabis fermentieren

Was ist Cannabis-Fermentation?

Fermentation ist ein biologischer Prozess, bei dem Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) organisches Material abbauen. Bei Cannabis wird Fermentation, ähnlich wie das Curing (Reifen), genutzt, um Aroma und Beschaffenheit der getrockneten Blüten zu verändern. Es handelt sich um einen traditionellen Prozess, der in bestimmten Anbauregionen (z. B. für libanesischen oder nepalesischen Hash) seit Jahrhunderten genutzt wird. Wie aus fermentiertem Material klassisches Siebhash entsteht, beschreibt der Ratgeber Lamus Hash.

Hinweis: Dieser Ratgeber behandelt das Thema aus sachlicher, botanischer Perspektive. THC-haltiges Cannabis unterliegt in Deutschland dem Konsumcannabisgesetz (KCanG), medizinisches Cannabis dem Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG).

Fermentation vs. Curing

  • Curing (Reifen): Kontrolliertes Trocknen in dicht verschlossenen Gläsern bei 60 bis 65 % Luftfeuchtigkeit. Enzymatische Prozesse bauen Chlorophyll und Zucker ab. Standard nach der Ernte.
  • Fermentation: Gezielte Einleitung mikrobieller Aktivität unter kontrollierten Bedingungen. Führt zu tiefergehenden Veränderungen der Aromaprofile und der chemischen Zusammensetzung.

Fermentations-Parameter

  • Temperatur: 20 bis 30 °C (je niedriger, desto langsamer und schonender)
  • Luftfeuchtigkeit: 65 bis 75 % für aktive Fermentation
  • Dauer: 2 bis 8 Wochen, je nach gewünschtem Ergebnis
  • Behälter: Luftdicht verschlossen, täglich kurz belüften (Burping)

Was verändert sich durch Fermentation?

  • Abbau von Chlorophyll (weniger scharfer, grüner Geruch)
  • Veränderung des Terpenprofils (neue Aromastoffe entstehen)
  • Mögliche chemische Umwandlung von THCA in andere Cannabinoide
  • Veränderung der Konsistenz (weicher, leichter zu verarbeiten)

Häufige Fehler

  • Zu hohe Feuchtigkeit: Schimmelgefahr, sichtbar als weißer, flauschiger Belag (nicht zu verwechseln mit Trichomen)
  • Zu wenig Belüftung: Anaerobe Gärung führt zu unangenehmen Gerüchen
  • Zu hohe Temperatur: Beschleunigt den Prozess unkontrolliert, Qualitätsverlust
  • Feuchtes Ausgangsmaterial: Cannabis muss vor der Fermentation ausreichend vorgetrocknet sein

Rechtslage

THC-haltiges Cannabis unterliegt in Deutschland dem Konsumcannabisgesetz (KCanG). Das KCanG erlaubt Volljährigen den Besitz bestimmter Mengen und den privaten Eigenanbau. Die Verarbeitung zu Konzentraten oder Extrakten ist davon nicht umfasst. Ein Verkauf im Handel ist nicht erlaubt. Für medizinisches Cannabis gilt das Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG). Welche Cannabinoide frei erhältlich sind, fasst die Seite Legale Cannabinoide in Deutschland zusammen; fertig fermentierte und gereifte Blüten aus Nutzhanf findest du bei den CBD Blüten.